Das Midwinterfeuer und ein geschenktes Leben

Wie ein letztes Lebenszeichen aus dem Reich Hels schimmert das Licht des Zentralfeuers bläulich und schwach, bevor es wiedergeboren wird. Lovis trug die Laterne vorsichtig in den Kreis, in dem sich die Jarls des Nordens versammelt hatten. Die anderen Clansmitglieder, egal ob Krieger, Weiber, Alte oder Kinder standen außen und beobachteten das Licht der Flamme, das durch den mit Symbolen verzierten Behälter nach außen schimmerte. Das  Dorf lag in völliger Finsternis und Kälte, umso magischer schien das Licht hinter der Lebensrune und dem Sonnenrad zu tanzen.

yule_005

Midwinter markierte den Zeitpunkt, an dem das Licht zurückkehrte und die Tage die Nacht wieder zurückzudrängen vermochte. Deshalb und um das Feuer mit seiner Wärme und seinem Licht wieder besser spüren und schätzen zu können, löschte man zu Midwinter alle Feuer um sie in der Gemeinschaft miteinander und unter den Augen der Götter neu zu entzünden.

Aber in diesen Tagen stand das Licht auch noch für etwas anderes: Es galt nicht nur den Winter zu überleben, die Kälte und den Hunger, falls die Vorräte knapp wurden, nein, es galt auch den Angriffen der Kurii weiter stand zu halten. Lovis öffnete die Laterne und Sigurd entzündete die Fackel und hält sie dann an das zwischen den Scheiten und Stämmen aufgeschichtete, trockene Reisig.

“Wir löschen das letzte Feuer des alten Jahres, um das Licht des Lebens neu zu entzünden. Im Namen der hohen Götter entzünden wir das Urfeuer. Die Flamme der Reinigung und der Schöpfung. Feuer, das schafft und verzehrt. Glut und Wärme des Lebens, Flamme der Stärke und der Leidenschaft. Flamme wachse durch Flamme; dass Wärme, Licht und Kraft sich mehren und nicht verlöschen vor der Zeit.”

Sigurds letzte Worte vermischten sich mit dem leisen Knacken der ersten Flammen, deren Kraft die ersten Reisigzweiglein entflammten, dann wurde aus dem leisen Knacken ein lautes und bald schon ein Prasseln und Rauschen. Kraftvoll brannte das neue Feuer und erhellte die Gesichter der Umstehenden und auch den dunklen Nachthimmel, füllte ihre Herzen mit Hoffnung und Zuversicht und wärmte ihre Leiber.

yule_011

Fast jeder Clan des Nordens war an diesem großen Feuer in Helvegen versammelt: Fehu Isa, das wieder auferstandene Fensalir, Fjellandsby, Furdustrandir, Hunjer und Vakur. Einzig aus Axe und Vegard war niemand erschienen um das Urfeuer heim in seinen Clan zu bringen.

Die Stimmen schallten laut durch die ehemals stille Nacht. “Yul! Auf den Norden! Auf das Leben!” Das Feuer und die Trommeln hatten eine fast berauschende Wirkung, die sich nun Bahn brach in großer Freude und Ausgelassenheit. Midwinter markierte den Beginn der Yulzeit, in der alle Clans den Frieden hielten. Dennoch sprach aus Lovis’ Blick auch die Erleichterung darüber, dass sie an diesem Abend von einem erneuten Angriff der Bestien verschont geblieben waren, denn die Menschen mochten Yul achten, die Kurii wohl kaum.

Es dauerte nicht lange und die Langhalle von Helvegen füllte sich mit Menschen, die sich an den neue entzündeten Feuern wärmen, trinken und essen wollten. Stimmen und Gesang mischten sich mit dem behaglichen Prasseln der Flammen.

yule_012

yule_021

Zu später Ahn endete an diesem Abend noch etwas anderes: Das Leben von Charna, die als Diebin nach Helvegen gekommen und eingefangen worden war. Als alle ausgelassen in der Halle beisammen saßen, befreite Yoric das Weib von seinen Kleidern und der Last ihres Verbrechens und warf sie kurzerhand in den hastig mit Kohle gezogenene Bondkreis. Wiedergeboren wurde sie als namenslose Bond und frei von jeder Schuld. Fürs erste zumindest, denn man würde sehen müssen, ob sich das verwahrloste Wesen dem Geschenk ihres neues Lebens würdig erweisen würde.

yule_018

yule_023

 

plakat_rauhnaechte15-12-2016

Die nächsten Veranstaltungen:

vom 28.12.2016 bis 01.01.2017
Entzünden der Midwinter-Feuer bei allen Clans
****************************************
Montag, 02.01.2017, 20.00 Uhr
Die Wilde Jagd
*************
Helvegen (Homesim)
Fensalir (Fullsim)

Mittwoch, 04.01.2017, 20.00 Uhr
Losnächte
*********
Furdustrandir (Homesim)
Fensalir (Fullsim)
Fehu Isa (Homesim)
Samstag/Sonntag 7.1.- 8.1.2017 (zweitägig)
Julmarkt und Schlittenrennen
************************
Hunjer – Siedlung Rabenheim (Fullsim)

Montag, 9.1.2017, 20.00 Uhr
Ahnenblot
********
Fehu Isa (Homesim)
Fjellandsby (Parzelle/Fullsim)
Mittwoch, 11.1.2017, 20.00 Uhr
Julbockfeier
**********
Vakur (Homesim)
Helvegen (Homesim)
Samstag, 14.1.2017, 20.00 Uhr
Julblot
******
Axe (Fullsim)

 

 

Merken

Merken

Merken

Merken

Merken

Merken

Merken

Merken

Advertisements

Ein Holmgang, Angriff eines Kurs und eine gefangene Diebin

Emilio hat auch seine zweite Aufgabe hinter sich gebracht. Die Nachricht und das zu stehlende Horn überbrachte er persönlich gleich nach dem Holmgang, als noch alle draußen vor dem Dorf versammelt waren.

snapshot_014

Emilio bringt das erwünschte Trinkhorn

Der Holmgang zuvor hatte die feindliche Stimmung zwischen den beiden Jarls noch einmal zum Vorschein gebracht. Statt sich kurz zu erklären, konnte es vor allem der Jarl von Fjellandsby nicht lassen, den Zorn nochmal kräftig auflodern zu lassen, vermutlich schlug sich das auch in gewinnbringender Weise auf seine Kampfkraft und Geschicklichkeit nieder.

snapshot_003

Byron, Jarl von Fjellandsby

Das Urteil der Götter war klar. Der Jarl von Vakur verlor drei Schilde und den folgenden Faustkampf und schluckte eine Menge Helvegener Schnee.

snapshot_002

Arne, Jarl von Vakur

Die Mitglieder der Clans hielten sich an das Regelwerk und griffen nicht ein, so dass es keine Massenkeilerei zu beklagen oder zu bejubeln gab – je nach Standpunkt.

snapshot_010

Drei Runden mit dem Schwert

snapshot_012

Faustkampf

Als der Jarl von Vakur Schild um Schild verlor, gab es nur noch Jubel von Fjellandsbyer Seite und das eine oder andere Grinsen. Sigurd bewahrte seine Neutralität, was auch seiner Aufgabe entsprach und mit ihm alle Helvegener. Einzig Lovis hatte Mühe ihre Miene unberührt wirken zu lassen, als zum Schluss auch noch Byrons Faust voll in Arnes Gesicht krachte. Als wäre die Niederlage nicht schon niedrig genug gewesen, aber die Götter waren eben manchmal auch grausam.

snapshot_008

Der Holmgang zahlte sich aber in jedem Fall aus: Ein unterhaltsamer Kampf, ein klares Urteil der Götter und ein ausgedehntes Besäufnis in der Langhalle führten ziemlich rasch zu einer Versöhnung der beiden Streithähne.

Leider brauch mitten in den neu gewonnen Frieden und die ausgelassene Stimmung das Brüllen eines Kur. Jeder waffenfähige Nordmann ließ sofort das Methorn fallen und griff zum Schwert. Auch einige mutige Weiber standen den Kerlen bei, aber der eigentliche Kurtöter des Abends wurde Braska von einem Clan namens Valhalla.

Der Kur ist tot! Gut, wir müssen gestehen, es war womöglich noch ein junger Kur, aber es tat trotzdem gut ihn im eigenen Blute liegen zu sehen. Braska machte Sigurd dem Pelz der Bestie zum Geschenk, was besonders Lovis ziemlich für den fremden Krieger einnahm. Solche Großzügigkeit schindet Eindruck. Natürlich wurde auch sonst von dem Biest nichts vergeudet, sondern alles einer passenden Verwendung zugeführt.

snapshot_018

In dem ganzen Tohuwabohu hatte Armari ein Diebin gestellt, die sich mit einem getöteten Lamm davonstehlen wollte. Die Frau war allein und wirkte verzweifelt, aber natürlich schützt einen Verzweiflung nicht vor einer gerechten Strafen, wenn man sich am Eigentum eines Nordclans vergreift.

snapshot_019

Da Sigurd vom Kampf mit dem Kur noch verwundet war und Yorics Bein ihm zu schaffen machte, verkündete Lovis das von Sigurd getroffene Urteil am nächsten Abend: Versklavung.

snapshot_020

Interessanterweise fiel ihr da plötzlich ein, dass sie doch in der letzten Nacht, die sie angekettet in der Halle verbracht hatte, etwas erfahren haben wollte, das Helvegen vor einer drohenden Gefahr zu bewahren vermochte. Lovis war skeptisch, versprach ihr aber Sigurd davon zu berichten und ließ das diebische Weib wieder anketten, damit sie am nächsten Tag erneut vorgeführt werden konnte.

Merken

Merken

Merken

Merken

Merken

Gefährtenschaften, Todesfälle und die Folgen einer Larljagd

Emilio hielt an dem Gedanken fest das Weib Nasty zu seiner Frau zu machen. Ob er dabei die Aufgaben unterschätzt hat, die ihn zuvor erwarten, wird die Zeit nun zeigen. Eine davon hat er bereits erfolgreich hinter sich gebracht und das ganz ohne Verletzungen. Die Götter müssen mit ihm sein.

emilio_002

Emilio erhält die ersten beiden Aufgaben

Weniger erfreulich war, dass man mitten in Helvegen einen Toten unter einem Schneehaufen fand. Der Fremde hatte die Axt des von hinten kommenden Angreifers noch seitlich im Hals stecken. Da der Glaube an Wiedergänger in Helvegen noch tief verwurzelt ist, verbrannte man ihn rituell mit entsprechenden Wegbeigaben vor der Siedlung. Es war das erste Mal, das Yngvar seinen wahren Nutzen für den Clan zeigte. Denn ganz offenbar kannte er nicht nur die absonderlichsten und seltensten Kräuter, sondern entpuppte sich auch als Runenkundiger, der vertraut mit den alten Sitten und Ritualen war. Es war daher nicht verwunderlich, dass Sigurd ihm zum Dank die von ihm aufgegriffene Sklavin überließ und es in Erwägung zog, Yngvar durch das Orakel prüfen zu lassen.

yngvar_001

Yngvar kümmert sich um die Totenwache

funeral_004

Des Fremden letzte Reise

funeral_007

Der Clan schaut zu

Gleich nachdem alle wieder in die warme Halle zurückgekehrt waren, übergab Lovis ihrem Gefährten das Kistchen mit der Erzprobe aus Hunjer. Die Verstrickungen mit Hunjer hatten sich aus der unseligen Larljagd ergeben, bei der sich Yoric schwere Verletzungen am Bein zugezogen hatte.

yoric_001

Jale kümmer sich um Yorics Verwundung

yoric_002

Der Thane mit Krücke

Dass Helvegen dennoch keinen Teil der Beute erhalten hatte, führte zu einer gewissen Missstimmung im Clan, doch Sigurd entschied sich zu einem Besuch in Hunjer statt einer offenen Auseinandersetzung.

Der prächtige Larlskopf zierte und wärmte nun Nackten und Schultern des Jarls von Hunjer. Dennoch behielt man einen kühlen Kopf, denn Hunjer hatte Erz zu handeln, das Helvegen dringend brauchte. Die Vergeltung an Hunjer konnte man indessen auf Emilios Schultern laden.

hunjer_001

Besuch in der Langhalle von Hunjer

funeral_008

Lovis händigt die Erzprobe an Sigurd aus

erz_001

Der Schmied Tig soll die Güte prüfen

Merken

Merken

Merken

Merken

Merken