Eine ungewöhnliche Stille lag über der Langhalle, obwohl die später Hinzukommenden ihre Mühe hatte noch einen Sitzplatz zu finden oder gar bis nach vorn zum High Seat blicken zu können, wo Sigurd, flankiert von seinem Weib und Yoric, dem Thane zu den versammelten Männern und Frauen sprach. Die Kunde vom drohenden Angriff der Kurii hatte sich längst im Dorf verbreitet und lähmte sie sonst so regen und lauten Mundwerke der Nordleute.

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Lovis gab sich alle Mühe ruhig zu wirken, aber sie war es im Inneren nicht. Noch nicht. Sie wagte es auch nicht sich in die Gespräche der Männer einzumischen, sondern überließ ihnen ganz das Feld. Besonders Jorund, Tig und Yngvar taten sich besonders hervor, sowohl was Mut als auch Besonnenheit anging. So gelangte man nach nur einer Ahn zu Ansicht, dass es nicht in Frage kam, den Forderungen der Kurii nachzugeben und entweder Bond oder Weib auszuhändigen. Man wollte sich der Bedrohung entgegenstellen und kämpfen und da man im Kampf allein nicht gegen ein Rudel bestehen konnte, mussten List und Tücke helfen.

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Der Plan war rascher gefasst, als Lovis gehofft hatte. Bald schon verschwanden die ersten Männer um Vorbereitungen zu treffen. Und auch Lovis verließ ihren Platz um mit den Frauen den Weg abzulaufen, der ihnen womöglich das Leben retten konnte, falls es zum Sturm über die Palisade kommen würde.

Sigurd machte jedem Mann und jedem Weib in der Halle deutlich klar, was dessen Aufgabe war und dass er jeden Mann, das nicht an den Waffen an der Palisade war und jedem Weib, das nicht sich und Kinder in Sicherheit brachte, ganz sicher strafen würde, sofern Helvegen bestehen würde.

Während nun auch die meisten Weiber mit ihren Vorbereitungen und der Sicherung von Vorräten und wärmenden Fellen beschäftigt waren, erteilte Sigurd dem wartenden Sklavenfänger mit Namen Jesper die erste Aufgabe, die er zu erfüllen hatte um ein Weib als das seine zu nehmen. Ein Lichtstrahl der Gewohnheit im Tumult der Vorbereitungen auf einen Kampf, der möglicherweise einigen, wenn nicht sogar ganz Helvegen die Vernichtung zu bringen in der Lage war.

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Lovis tröstete sich mit der Gewissheit, dass das Schicksal aller längst geschrieben stand und drängte die lähmende Furcht beiseite. Der Gedanke Sigurd draußen im Kampf zu wissen, während sie die Weiber und Kinder in Sicherheit führen würde, gefielt ihr nicht. Gleichwohl war es ihre Pflicht und das wusste sie. In Erkenntnis dieser Tatsache gelangte sie allmählich zu der inneren Ruhe, die sie nach außen hin zu zeigen versuchte.

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