Fensalir hatte nicht erst das Signalfeuer abgewartet, sondern war am pünktlich vor Einsetzen der Dämmerung mit Kriegern in Helvegen angekommen um den Widerstand gegen die Bestien zu verstärken.

Lovis hatte vor der Halle gewartet, als die Dunkelheit sich über das Land legte und in die Stille gelauscht. Selbst die Männer, deren Umrissen sich auf der Palisade gegen den Horizont abzeichneten, schienen still zu sein und zu warten.

snapshot_001

Es war nicht so, dass die Kurii nur bei Nacht jagen konnten, aber sie bevorzugten eindeutig Dämmerung und Dunkelheit, weil ihre ausgezeichnete Nachtsicht ihnen einen Vorteil gegenüber den Menschen bot. Einen weiteren Vorteil neben ihrer immensen Kraft und Widerstandsfähigkeit. Die Helvegener wussten wenig über die Bestien. Aber sie wollten sich nicht den Forderungen fügen und zu Vasallen der Kurii werden.

Vor den Toren warteten die Fässer mit der brennbaren Flüssigkeit, die mit einem Feuerpfeil entzündet werden sollten, sobald sich die Bestien der schützenden Palisade näherten. Auf dieser Strategie ruhte ihrer aller Hoffnung.

Sie sollte sich alsbald als trügerische Hoffnung erweisen.

Von der Ebene erschallte ein mehrstimmes Brüllen, das Lovis erzittern ließ. Sie wandte sich ab und riss die Türen zur Halle auf. Der Kur hatte seine Drohung wahrgemacht und war nicht allein zurückgekehrt.

snapshot_003

snapshot_005

Lovis holte die ihre Kinder und führte Weiber, Kinder und Gebrechliche so leise wie möglich hinaus aus der Halle und in den verborgenen Stollen, wo sie still blieben und auf engem Raum warteten, während allmählich Kampfgeräusche zu ihnen drangen, die klar machten, dass die Kurii die Palisade gestürmt und ins Dorf vorgedrungen waren.

Leise hieß Lovis Tria die Tür zum Stollen mit Fellen zu verhängen und es war kaum getan, kam das Gebrüll näher, so nah, dass es keinen Zweifel gab, dass die Bestien in der Langhalle umher streiften, während immer noch Geschrei und Schwerterklirren ertönte.

Keine Ehn später zerplitterte das Holz der schützenden Tür so plötzlich, dass ein vielstimmiges Kreischen in dem alten Stollen ertönte und Lovis die Weiber tiefer in den Tunnel führte, während eine der Bestien mit dem Kopf bereits in der Tür steckte und dabei war Kleinholz aus ihr zu machen. Nach dem Kreischen ertönte hinter ihnen das Schreien von Falah. Sie hatte dicht neben der Tür gestanden und war den Kurii als erste in die Hände gefallen.

Die Zeit drängte und doch musste Lovis zuerst das Gegengift verteilen, damit nicht alle in den Tunneln bewusstlos werden würden. So schleppten sie sich voran, bepackt mit Kindern und Habseligkeiten und mehr oder minder orientierungslos in den engen Gängen.

Als sie eine falsche Abzweigung nahmen, sollte ihnen eine verschüttete Tunnelwand zur Falle und zum Verhängnis werden. Das Brüllen kaum näher, wurde schließlich stiller und ging über in ein leises Schnaufen, als ein Kur ihnen den Rückweg versperrte. Dunkelheit legte sich über Lovis, als sie vornüber stürzte, hart am Kopf getroffen von einem Prankenhieb.

Erst draußen im Schnee kam sie wieder zu Bewusstsein, sie war gefesselt und wurde über Stock und Stein hinterhergeschleift. Blut rann ihr in die Augen und macht es schwer zu erkennen, wo sie sich befanden.

Irgendwo dicht bei sich hörte sie Falah wimmern. Erst auf dem Berg erkannte sie die Gegend wieder und den mächtigen Baum, den man gern mit Yggdrasil verglich. Außer dem gelegentlichen Knurren der Bestien drang kein Laut mehr zu ihnen. Mit einem Mal verlor Lovis die Hoffnung aus den Augen. Sigurd war tot. Helvegen war gefallen. Und sie würden auseinandergerissen von den Fängen der Bestien.

snapshot_006

Etwas scharfes und mächtiges fuhr an ihrer Haut entlang und trennte ihre Kleidung auf, schärfer als die bestmöglich geschmiedete Klinge. Sofort verbiss die Kälte sich in ihre bloße Haut und sie begann zu zittern. Eine riesige Zunge fuhr über ihre nackte Haut und Lovis konnte sich nicht erinnern je so einen Gestank wahrgenommen zu haben. Der Speichel des Kur mischte sich mit ihrem Blut und tropfte aus ihrem Haar über ihr Gesicht. Sie würde sterben. Genau jetzt.

Im Augenblick der Gewissheit riss der Kur sie plötzlich empor und zog sie an eine Seil empor, so dass sie hilflos in der Luft baumelte. Kampfgeräusche näherten sich und die Bestien brüllten und richteten sich auf. Lovis sah runter auf Falah, die reglos im Schnee lag und um sie herum färbte sich alles rot. So sehr auch Lovis versuchte sie zum Aufstehen zu bewegen, das Mädchen regte sich nicht.

Das nächste was Lovis wahrnahm war Sigurds Gesicht und sein Umhang, mit dem er ihre Blöße bedeckte. Die Kälte ließ ihre Zähne aufeinanderschlagen und so wusste sie, dies war kein Traum. Sie standen nicht vor den Toren von Valhalla, sondern lebten. Beide. Der nächste Gedanke galt ihren Kindern.

snapshot_007

Nicht weit entfernt lagen die Kurii in ihrem Blut.

snapshot_008snapshot_009

***OOC***

Wir bedanken uns bei den Kuri-Spielern, die spontan eingesprungen sind und bei allen, die mitgespielt und mit gekämpft haben und auch bei denen, die Platz gemacht haben, damit das  Spektakel so überhaupt stattfinden konnte.

Advertisements

Leave a Reply

Fill in your details below or click an icon to log in:

WordPress.com Logo

You are commenting using your WordPress.com account. Log Out / Change )

Twitter picture

You are commenting using your Twitter account. Log Out / Change )

Facebook photo

You are commenting using your Facebook account. Log Out / Change )

Google+ photo

You are commenting using your Google+ account. Log Out / Change )

Connecting to %s