Auf der nördlichen Thassa

“Storms are relentless and unforgiving.

Die Schiffe der Torvaldsländer hatten sich vor Scagnar zu einer gemeinsamen, furchteinflößenden Nordflotte vereint. Die Drachenköpfe am Steven voran, pflügten sich die flachen, schnellen Boote durch die Wellen. Das Wetter war hell und freundlich gewesen am ersten Tag ihrer Reise. Die Winde gnädig. Die Stimmung der Männer war gut, vielleicht fast ein wenig übermütig. Hinter sich zurück ließen sie die Last von Ackerbau und Familien und der Wind zauste ihre Bärte und schien sie in bevorstehende Abenteuer und Heldentaten zu locken.

seereise2_001

scagnar_004

Am zweiten Tag der Reise frischte der Wind deutlich auf und trieb Wellen und Schiffe rasant vor sich her, aber das erhöhte nur den Reiz und verlieh der Reise in unbekannte Gewässer eine höhere Geschwindigkeit. Die Segel blähten sich im Wind, ließen die wendigen Schiffe über die Wellen tanzen und zeugten von der guten Zusammenarbeit vieler Hände im Norden.

Gegen Mittag braute sich in der Ferne ein dunkler Streifen zusammen, der näher rückte, so dass sich bald die Frage stellte, ob man einen Kurwechsel vornehmen oder hindurch segeln wollte. Der Übermut war noch nicht verflogen und man fühlte sich stark und allem gewachsen und leidenschaftlich genug um sich auch einer rauheren Thassa zu stellen. So hielten alle Kurs und fanden sich bald schon verschluckt von Dunkelheit und prasselndem Regen.

storm_002

Bald schon wurde die Thassa so rauh, dass die Wellen die Schiffe haushoch emporschleuderten und mit ebensolcher Wort zurück in die Wellentäler fallen ließen. Von unten drang salziges Thassawasser in die Boote, Gischt und hohe Wellen durchnässten jeden und alles, was sich an Bord befand. Von oben öffnete der Himmel seine Schleusen und überzog die Flotte mir prasselndem Regen.

Als auf einem der Schiffe Fensalirs ein Teil der Ladung ins Rutschen geriet, war auch dem wagemutigsten Sturmtrotzder klar, dass Thor sich in Rage gebracht hatte und ein tödliches Spiel mit ihnen begonnen hatte. Blitze erhellten den Himmel und ließen die erschöpften Gesichter bleich aussehen. Die eine Hälfte ruderte, die andere Hälfte schöpfte Wasser aus dem Boot und doch wollte der Sturm kein Ende nehmen. Um ein Haar kenterte eines der Helvegener Schiffe, als eine kräftige Welle es seitlich traf und ein Blitz brannte sich durch den Mast von Skjoldur und riss ein Leck in eine der Planken. Weit auseinandergetrieben kämpften die Clans ums bloße Überleben.

Schließlich griff sich Sigurd eines der panisch blökenden Verrs, hielt es fest über die Reling und schlitze ihm die Kehle auf um Thor durch ein Opfer zu besänftigen. Die Antwort war eine Windbö, die das prachtvolle Segel der nördlichen Wälder zerfetzte.

Rudert! erklang von hinten ein Ruf. Zeigen wir den Göttern, aus welchem Holz wir geschnitzt sind, erkämpfen wir uns ihr Wohlgefallen, denn das können wir am besten, KÄMPFEN und wenn es der letzte Kampf sein sollte, so gehen wir doch nicht kampflos!” 

Odin! stimmten die Männer vielfach ein und dennoch wurde ihr lautes Brüllen wurde vom tosenden Sturm verschluckt. Hände, Arme und Rücken wurden zu einer eisigen schmerzenden Masse, die sich mit allem aufbringbarem Willen an Ruder und Leben festhielt. Der Kampf hatte bereits begonnen, bevor man die goldene Insel überhaupt erreichte.

Es galt diese Prüfung der Götter zu bestehen und stärker als je zuvor daraus hervorzugehen oder zu scheitern und zu sterben.

Advertisements

Abschied

Die langen Vorbereitungen waren schneller vorüber, als es Lovis recht war. Nur eine Nacht war ihr nach der Rückkehr vom Tempel in Uppsala geblieben, eine letzte Nacht mit ihrem Gefährten, bevor die Schiffe sich auf den Weg nach Scagnar machen würden, wo die Nordclans sich zu einer gewaltigen Flotte vereinen würden.

Obwohl sie die freudige Überraschung eigentlich hatte für sich behalten wollte, bis Sigurd wieder sicher zurückgekehrt war, brach es nun doch aus ihr hervor als er ihr auftrug ihn genauso wieder zu empfangen, wie er sie hier verlassen hatte. Nein, ihr Bauch würde sich gerundet haben und das gab sie ihm mit auf den Weg.

abreise_004

Mit ihm zogen ein Großteil aller kampffähigen Männer und Schildmaiden, sowie einige heilkundige Weiber. Für eine Weile würde nun Lovis die Jarlspflichten wahrnehmen. Sie versuchte sich ihre Sorgen nicht anmerken zu lassen und schluckte die aufkommenden Tränen hinunter, als die Schiffe ablegten und den Fjord hinunterglitten. Rebekka war nicht einmal bis an den Steg gekommen, der Abschied von Sjard hätte sie zu sehr aufgeregt und auch Cortie und Saphira hatten sich offenbar in aller Stille voneinander verabschiedet.

abreise_002

abreise_003

abreise_006

Lovis strich Thorin und Gyda sanft übers Haare, während die Boote am Horizont immer kleiner und blasser wurden. Schließlich hatte der Dunst sie vollkommen verschlungen und Stille lag über Helvegen.

 

Runen für den Sieg – im Tempel von Uppsala

Sie wussten von drei Wegen, die hoch zum Tempel führten und wählten sich den ihren. So zogen sie bergaufwärts, weiter und weiter. Oben ruhte der Tempel der Asen und Wanen auf dem Felsen, wie ein Herlit mit angelegten Flügeln und ruhigem, aber aufmerksamem Blick.

Das letzte Stück legten sie über eine Hängebrücke zurück, die sie sicher über den tiefsten Abgrund führte, den Lovis je gesehen hatte. Sie hielt die Kinder fest an sich gedrückt und atmete erst auf, als das schwankende Holz hinter ihnen lag und ich vor ihnen die hölzernen Pforten des Tempels herhoben.

Snapshot_001

Nach etwas längerem Warten und Ausruhen fand sich auch Arcturus ein, der sich dem Dienst am Tempel verplichtet und sich als Jarl von Fehu Isa deshalb zurückgezogen hatte. Als Runenpriester hieß er den Clan von Helvegen willkommen und leitete die Opferzeremonie. Ganz Helvegen bat die Götter um einen ruhm- und beutereichen Sieg auf dem bevorstehenden Viking. Schon morgen würden Männer und Schildmaiden in See stechen und Kurs auf Chrysos nehmen.

Snapshot_003

Nachdem das Blutopfer gebracht war, hieß Arcturus Sigurd, Jarl von Helvegen, zwei Runen zu ziehen. Fehu und Kenaz. Wer mit Leidenschaft kämpft, wird Ruhm und Wohlstand heimbringen.

Das war eine gute Nachricht und ein Aufatmen ging durch den Raum. Zuletzte wurden einige persönliche Opfer dargebracht.

Snapshot_004

Lovis opferte die goldene Kette, die das letzte Andenken an ihre Vergangenheit und an ihre alte Familie war. Gleichwohl sie mit Worten um die Heimkehr aller Helvegener zu ihren Liebsten bat, waren ihre Wünsche und Gedanken ausschließlich bei Sigurd.

Beunruhigende Nachrichten hatten Saphira und Cortie aus Belnend mitgebracht und so mischte sich nun in die anfänglich reine Zuversicht die Angst, dass ihr Gefährten womöglich eine größere Herausforderung bevorstand als angenommen.

Das Frühjahr

Mit dem Frühjahr in Helvegen begannen die eifrigen letzten Vorbereitungen für den Beutezug nach Chrysos.

jarlstag_002jarlstag_003jarlstag_004

Snapshot_006
Lovis beim Imprägnieren des Segels

Eine letzte Ladung Holz beschafften Sjard und Jorund in Lydius, so dass auch das letzte Schlangenschiff fertig gestellt werden konnte, an dessen Segel die meisten Weiber in Helvegen gearbeitet hatte. Einige Gefährtenschaften wollten geschlossen werden, aber es war noch unklar, ob die Männer ihre Aufgaben vor der Abreise erfüllen konnte um die gewählten Weiber auf den Runenberg führen zu dürfen.

Snapshot_005
In Liebesdingen: Rebekka sucht Rat beim Orakel und findet Antworten
cortie_saphira_001
Cortie und Saphira wollen sich verbinden
sjard_001
Sjard kehrt von der ersten Aufgabe zurück
sjard_002
Die Freude bei Rebekka ist groß
Snapshot_001
Besuch in Skjoldur
Snapshot_002
Zum Erhandeln von Saatgut und zum Gewinnen von Mitstreitern

Fensalir feierte das Frühjahr mit einem Markt und einem Opfer für Ostara.

saria_001
Saria erzählt vom Markt
markt_008
Lovis am Markstand
markt_009
Sigurd kauft seltsame Tränke
markt_010
Lovis’ Allzweckdecken, bekannt im ganzen Torvaldsland
markt_011
Gaia erwartet Zwillinge
markt_012
Taaras Holzfiguren finden reißenden Absatz
fensalir_004
Eine Nacht in Aegirs Halle
ritual_markt_001
Die Seherin und das Opfer für Ostara

In Helvegen bereitete man wenig säter die Aussaat mit einem Opfer an Freyr vor.

freyr_002
Lovis spricht ein Gebet an Freyr
freyr_003
Das Opferblut wird aufgefangen
freyr_004
und auf den Feldern verteilt
freyr_005
Sigurd und Jorund zerlegen das Fleisch

PS. Dank für das schöne Gruppenfoto an Melody. 🙂