“Storms are relentless and unforgiving.

Die Schiffe der Torvaldsländer hatten sich vor Scagnar zu einer gemeinsamen, furchteinflößenden Nordflotte vereint. Die Drachenköpfe am Steven voran, pflügten sich die flachen, schnellen Boote durch die Wellen. Das Wetter war hell und freundlich gewesen am ersten Tag ihrer Reise. Die Winde gnädig. Die Stimmung der Männer war gut, vielleicht fast ein wenig übermütig. Hinter sich zurück ließen sie die Last von Ackerbau und Familien und der Wind zauste ihre Bärte und schien sie in bevorstehende Abenteuer und Heldentaten zu locken.

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Am zweiten Tag der Reise frischte der Wind deutlich auf und trieb Wellen und Schiffe rasant vor sich her, aber das erhöhte nur den Reiz und verlieh der Reise in unbekannte Gewässer eine höhere Geschwindigkeit. Die Segel blähten sich im Wind, ließen die wendigen Schiffe über die Wellen tanzen und zeugten von der guten Zusammenarbeit vieler Hände im Norden.

Gegen Mittag braute sich in der Ferne ein dunkler Streifen zusammen, der näher rückte, so dass sich bald die Frage stellte, ob man einen Kurwechsel vornehmen oder hindurch segeln wollte. Der Übermut war noch nicht verflogen und man fühlte sich stark und allem gewachsen und leidenschaftlich genug um sich auch einer rauheren Thassa zu stellen. So hielten alle Kurs und fanden sich bald schon verschluckt von Dunkelheit und prasselndem Regen.

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Bald schon wurde die Thassa so rauh, dass die Wellen die Schiffe haushoch emporschleuderten und mit ebensolcher Wort zurück in die Wellentäler fallen ließen. Von unten drang salziges Thassawasser in die Boote, Gischt und hohe Wellen durchnässten jeden und alles, was sich an Bord befand. Von oben öffnete der Himmel seine Schleusen und überzog die Flotte mir prasselndem Regen.

Als auf einem der Schiffe Fensalirs ein Teil der Ladung ins Rutschen geriet, war auch dem wagemutigsten Sturmtrotzder klar, dass Thor sich in Rage gebracht hatte und ein tödliches Spiel mit ihnen begonnen hatte. Blitze erhellten den Himmel und ließen die erschöpften Gesichter bleich aussehen. Die eine Hälfte ruderte, die andere Hälfte schöpfte Wasser aus dem Boot und doch wollte der Sturm kein Ende nehmen. Um ein Haar kenterte eines der Helvegener Schiffe, als eine kräftige Welle es seitlich traf und ein Blitz brannte sich durch den Mast von Skjoldur und riss ein Leck in eine der Planken. Weit auseinandergetrieben kämpften die Clans ums bloße Überleben.

Schließlich griff sich Sigurd eines der panisch blökenden Verrs, hielt es fest über die Reling und schlitze ihm die Kehle auf um Thor durch ein Opfer zu besänftigen. Die Antwort war eine Windbö, die das prachtvolle Segel der nördlichen Wälder zerfetzte.

Rudert! erklang von hinten ein Ruf. Zeigen wir den Göttern, aus welchem Holz wir geschnitzt sind, erkämpfen wir uns ihr Wohlgefallen, denn das können wir am besten, KÄMPFEN und wenn es der letzte Kampf sein sollte, so gehen wir doch nicht kampflos!” 

Odin! stimmten die Männer vielfach ein und dennoch wurde ihr lautes Brüllen wurde vom tosenden Sturm verschluckt. Hände, Arme und Rücken wurden zu einer eisigen schmerzenden Masse, die sich mit allem aufbringbarem Willen an Ruder und Leben festhielt. Der Kampf hatte bereits begonnen, bevor man die goldene Insel überhaupt erreichte.

Es galt diese Prüfung der Götter zu bestehen und stärker als je zuvor daraus hervorzugehen oder zu scheitern und zu sterben.

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