Eine getroffene Verabredung mit einer schlangenzüngigen Schriftgelehrten, die den Clans den Geheimgang in die Minen öffnen wollte,  geriet noch in derselben Nacht in Vergessenheit. Das Blut der Torvaldsländer ist so hitzig wie das Hrimgargebirge kalt ist und Geduld war keine Tugend, die dem Menschenschlag des Nordens in ausgeprägtem Maße zueigen war.

Vielleicht waren auch die unheimlichen Feuer in den Sümpfen Schuld gewesen, denn wie allgemein bekannt ist, ist der Norden abergläubisch und Furcht war noch nie ein guter Ratgeber.  Auch wenn sich herausgestellt hatte, dass Wilde für die Feuer verantwortlich war, so war es für einige doch beunruhigend, dass man nun nicht mehr nur gegen die Götter des Südens kämpfte, sondern auch noch gegen die des Waldes.

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So machte sich am nächsten Abend eine Gruppe auf und versuchte die Siedlung mit einem Teil der zur Verfügung stehenden Berserker zu stürmen. Nicht alle Clans waren dabei und nicht jeder hielt es für eine gute Idee, aber dennoch: Was ein Torvaldsländer will, das kann man ihm nur schwerlich ausreden.

Bereits der schmale Weg hoch bis vor das Siedlungstor stellte für einen kriegerischen Überfall eine erste Hürde da. Nicht wenige stürzten von den Klippen aus in die Tiefe und ihre Leiber zerschellten auf den Felsen. Beschuss von oben und nahezu keine Deckung taten ihr übriges dazu.

Es gelang dem zahlenmäßig unterlegenen Süden lange Zeit die Stellung zu halten, aber dann tat sich eine neue Möglichkeit auf: Eine Schwachstelle in der Verteidigung der Siedlung ermöglichte den Berserkern einen Ansturm auf das hintere Tor und von zwei Seiten eingekesselt und angegriffen, machte sich nun die geringe Anzahl von Kriegern in der Siedlung bemerkbar. Sie mussten sich aufteilen, wenn sie verhindern wollten, dass eines der Tore fiel und das konnten sie nicht lange durchalten.

Trotz größer Gegenwehr des Südens fiel das Haupttor und die brüllenden Nordleute strömten durch die Öffnung wie tosendes Wasser durch einen gebrochenen Damm. Sie hinterließen eine Schneise der Verwüstung, bereit zu rauben, zu vergewaltigen und zu töten, was ihnen in die Hände fiel.

Doch dann wendete sich das Blatt. Von einem herannahenden Schiff aus Kassau war plötzlich die Rede und von einer Falle, die ihnen den Rückzug zu ihren Schlangenschiffen unmöglich machen würde. Im letzten Augenblick gelang es den anwesenden Anführer den Blutrausch ihrer Berserker zu zügeln und ihre Truppe zum sofortigen Abzug zu befehligen. Hals über Kopf verließ man die Siedlung mit nur wenig Beute und noch weniger Gefangenen.

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