Nachdem Teile des Nordheers es zwar geschafft hatten in die Siedlung einzudringen, aber sie dann wieder verlassen hatten wegen eines nahenden Schiffes aus Kassau, das sie in einen Hinterhalt zu zwingen drohte, war die Stimmung spürbar gesunken. Dass sich das angekündigte Schiff aus Kassau auch noch als List des Kommandanten von Belnend herausstellte, tat sein übriges dazu, dass die Clans untereinander immer mehr in Streit gerieten. Die Jarls waren nun vorerst damit befasst ihre Männer wieder unter Kontrolle zu bringen, was mehr oder weniger gut gelang. Zu allem Überfluss hatte der Süden nach dem Teilangriff alle Minensklaven abgeschlachtet. Sklaven, die einst stolze Torvaldsländer gewesen waren. Ihre toten Leiber wurden am Weg zur Siedlung entlang angepflockt und zogen schon bald Fliegen und Krähen an.

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Zwar gelang es dem zornigen Norden am nächsten Tag ein Versorgungsschiff der Siedlung abzufangen und anzuzünden, jedoch blieb ihnen das Gold in den Minen immer noch verschlossen. Schließlich sammelte Sigurd, Jarl von Helvegen, seine Männer und Schildmaiden um sich und mahnte sie zur Besonnenheit und zur Schwurtreue für ihren Clan. Wenn immer wieder einzelne Clans die Siedlung einzunehmen versuchten, würde es nicht gelingen. Es musste einen gut durchdachten, gemeinsamen Angriff geben um erfolgreich zu sein. Es war nicht schwer die anderen Jarls davon zu überzeugen, aber einigen Männern unter den Clans fehlten sowohl Weitsicht auch als Geduld für jegliches strategisches Denken und die Demütigung durch die getöteten Sklaven saß tief, denn man hatte versäumt diese rechtzeitig zu befreien und sich von einer List täuschen lassen.

Dennoch gelang das langsam unmöglich Geglaubte. Eine Gruppe bestehend aus den stärksten Kriegern aller Clans wurde mit der Aufgabe betraut sich den Weg zum Tor hoch zu erkämpfen, während eine zweite Gruppe sich von der anderen Seite nähern und so die Südler dazu bringen würde, sich aufzuteilen. Dieser Plan schien aufzugehen. Obwohl die Verteidigungsanlage der Siedlung verbessert worden war, stand die Vorhut nach nur einer halben Ahn vor dem Tor und begann damit es aufzubrechen, während die Nachhut die Hälfte der südlichen Krieger an anderer Stelle in Schach hielt. Ein zweites Mal ergoss sich der Strom tobender Torvaldsländer hinein in das Herz von Chrysos. Doch diesmal war es nicht nur die Gier nach Beute, die die Männer trieb, sondern auch der Durst nach Rache für die erlittene Demütigung.

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Nachdem man die Minen bis auf das letzte Gold ausgeraubt hatte, tötete man die Überlebenden und steckte dann die Siedlung in Brand. Ein halbes Jahr harter Arbeit der Siedler war vergebens gewesen. Die meisten Kämpfer für den Süden waren gefangen genommen worden oder ihr Blut tränkte den Boden der goldenen Insel.  Blutrot leuchteten auch die drei Monde in der Nacht über der Insel und der Thassa, als wüssten sogar die Naturgewalten von dem todbringenden Geschehen. In der Nacht löschte der Regen die brennenden Ruinen und am Morgen standen schwarze Rauschschwaden über dem, was einst Siedlung und Zuhause gewesen war.

Chrysos war gefallen.

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