Noch eine zweite Gefährtenschaft wurde geschlossen und ausgelassen gefeiert, so dass man fast glauben konnte, dass Helvegen die dunklen Zeichen erfolgreich verdrängen konnte, die Tag für Tag eintrafen.

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Das freundschaftliche Verhältnis zu Fensalir war einem düsteren Misstrauen gewichen, seitdem Helvegen eigene Späher nach Belnend entsandt und dort erfahren hatte, dass der geplante Angriff auf Belnend offenbar auf einer Lüge beruhte. Seither gab es Stimmen im Norden, die Helvegen zu Verrätern machen wollten und es schien, dass Aegir sich dem vielen Flüstern aus den nördlichen Wäldern nicht zu entziehen vermochte. Helvegens Krieger wurden in Fensalirs Halle mit Misstrauen empfangen und so setzte sich die unheilvolle Kette von Ereignissen fort, die den Norden in den Abgrund zu reißen drohte.

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(am Bett des kranken Jarls)

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(düstere Ahnungen)

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(Streit um den Thron des Thane)

Sigurd, Jarl von Helvegen, hatte mit einem Fieber zu kämpfen, das er sich aus den Sümpfen von Chrysos mitgebracht hatte und zwei lange Hand lang rang Lovis mit der Angst um den kranken Gefährten, mit den Geschicken des Clans und den düsteren Neuigkeiten, die von ringsum nach Helvegen drangen. Der Angriff auf Belnend sollte nicht ungesühnt bleiben, wenn es nach dem Süden ging und so ging der Kommandant von Belnend Bündnisse mit den schlagkräftigsten südlichen Städten ein um Rache am Norden zu nehmen. Kaum war Sigurd wieder auf den Beinen, traf auch schon ein geheimnisvoller Bote ein, der von einem bevorstehenden Angriff der versammelten südlichen Streitkräfte auf Fensalir warnte.

Sigurd rang um eine Entscheidung: Sollte man Fensalir warnen und beistehen, wenngleich es mit seinem Kriegstreiben diesen Sturm selbst entfesselt hatte und obendrein noch Helvegens Männer wie Verräter behandelt hatte? Oder sollte man schweigen und seinen eigenen Vorteil suchen und in der Zeit die eigene Verteidigung stärken? Schließlich war er des Taktierens müde und besann sich auf das, was einen Torvaldsländer ausmacht. Das waren nicht List und Tücke, sondern kämpfen und zusammenstehen, wenn der Norden in Gefahr war und so sprang er über seinen Schatten und er entschied sich Fensalir beizustehen.

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(Sigurd fasst eine Entscheidung)

Kein Weinen und Flehen von Lovis und auch nicht die finsteren Gesichter seiner Männer konnten ihn davon abbringen, denn er hielt dies für die einzig ehrenvolle Entscheidung. Und so zogen sie von dannen. Unterdessen war eine Flut rotberockter Krieger, die ihresgleichen suchten in Ausbildung, Disziplin und Gehorsam, auf dem Weg die Norddörfer zu erschüttern.

Lovis stand lange am Fjord und sah zu, wie das Schiff sich entfernte und noch nie war ihr so bang und schwer ums Herz geworden wie dieses Mal. Klein wie Insekten zeichneten sich die Umrisse der Männer vor dem Horizont ab, der von gewaltigen Wolken verdunkelt wurde, bis die Dunkelheit schließlich alles in sich verschlang. Auch Rebekka neben ihr kämpfte mit den Tränen, denn auch sie ließ jemanden ziehen, der einen festen Platz in ihrem Herzen hatte: Sjard, den sie gerade erst zum Gefährten genommen hatte.

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